Viele Menschen glauben, dass ein Infrarotpaneel genauso funktioniert wie ein normaler Elektroheizkörper, der einfach nur Strom in heiße Luft verwandelt. Das ist völlig falsch. Ein Infrarotpaneel heizt nicht die Luft, sondern arbeitet nach dem gleichen Prinzip wie die Sonne. Wenn Sie im Winter bei minus fünf Grad in der Sonne stehen, ist Ihnen warm, obwohl die Luft um Sie herum eiskalt ist. Genau dieses Prinzip nutzt die moderne Infrarotheizung für Ihr Zuhause.
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Das Herzstück: Der Carbon-Kristall und die Graphitfläche
Im Inneren eines hochwertigen Paneels befindet sich keine Glühspirale wie bei einem alten Heizlüfter, sondern eine große Fläche aus spezieller Carbon-Faser oder aus gepresstem Graphit. Diese Fläche ist nur etwa einen Millimeter dick, bedeckt aber fast die gesamte Rückseite des Paneels. Wenn Strom durch diese Fläche fließt, beginnt sie zu schwingen und sendet elektromagnetische Wellen im Infrarot-C-Bereich aus.
Das ist ein völlig unsichtbares Licht mit einer Wellenlänge von etwa zehn Mikrometern, das für das menschliche Auge nicht sichtbar ist, aber von unserer Haut als angenehme Wärme wahrgenommen wird. Entscheidend für die Effizienz ist, wie gleichmäßig diese Fläche heizt. Billige Paneele haben nur einen dünnen Heizdraht in der Mitte, der punktuell sehr heiß wird, während hochwertige Paneele die Wärme über die gesamte Fläche von einem Quadratmeter gleichmäßig verteilen.

Warum die Rückseite genauso wichtig ist wie die Vorderseite
Ein gutes Paneel besteht nicht nur aus der Heizfläche, sondern auch aus einer intelligenten Isolierung. Auf der Rückseite befindet sich eine bis zu fünf Zentimeter dicke Isolierung aus speziellem Vlies oder aus Steinwolle, die verhindert, dass die Wärme nach hinten in die Wand entweicht. Ohne diese Isolierung würden Sie bis zu dreißig Prozent Ihrer Energie verlieren, weil Sie die Außenwand hinter dem Paneel heizen würden. Die gesamte erzeugte Infrarotstrahlung wird also nach vorne in den Raum reflektiert. Vorne wird die Strahlung durch eine Platte aus gehärtetem ESG-Glas oder aus einer pulverbeschichteten Aluminiumplatte geschützt, die selbst zum Strahler wird. Die Glasoberfläche wird dabei etwa fünfundneunzig Grad heiß und gibt die Wärme als großflächige, milde Strahlung in den Raum ab.
Was passiert im Raum, nachdem das Paneel eingeschaltet wurde?
Sobald Sie das Paneel einschalten, sendet es mit Lichtgeschwindigkeit Infrarotstrahlen in alle Richtungen. Diese Strahlen treffen auf Wände, Decken, Böden und Möbel und erwärmen deren Oberfläche um etwa zwei bis drei Grad. Erst in zweiter Linie wird auch die Luft warm, und zwar dadurch, dass die warmen Wände ihre Wärme an die Luft abgeben. Dieser Unterschied ist entscheidend für das Raumklima. Bei einer normalen Heizung steigt die warme Luft sofort unter die Decke, der Boden bleibt kalt und Sie haben einen Temperaturunterschied von bis zu acht Grad zwischen Fuß und Kopf. Bei einer Infrarotheizung ist die Temperatur im ganzen Raum fast identisch, weil die Wärme aus den Wänden kommt und nicht aus einem Heizkörper. Sie haben warme Füße und einen kühlen Kopf, was als viel behaglicher empfunden wird.
Der Speichereffekt: Warum Ihr Haus zum Kachelofen wird
Der größte Vorteil dieser Funktionsweise ist der Speichereffekt. Ihre Wände bestehen aus mehreren Tonnen Ziegeln, Beton oder Holz, die alle Wärme speichern können. Nach etwa zehn bis vierzehn Tagen Dauerbetrieb sind diese Wände vollständig durchgewärmt und wirken wie ein riesiger Kachelofen, der auch dann noch Wärme abgibt, wenn das Paneel längst ausgeschaltet ist. Deshalb schaltet ein gut dimensioniertes Paneel nur etwa dreißig bis vierzig Prozent der Zeit wirklich ein und ist die restliche Zeit ausgeschaltet, während die Wände heizen. Das ist auch der Grund, warum Sie mit Infrarot beim Lüften kaum Wärme verlieren. Wenn Sie fünf Minuten das Fenster öffnen, tauschen Sie nur die Luft aus, aber die Wände bleiben warm und wärmen die frische Luft in wenigen Minuten wieder auf, ohne dass Sie mehr heizen müssen.
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